Mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Es ist kurz vor Mittag. Beim Eingang zum Brunnmattschulhaus an der Effingerstrasse haben sich gegen ein Dutzend Mütter und Väter versammelt – und sie nehmen ihre Sprösslinge in Empfang. Sie tue das jeden Tag, sagt eine darauf angesprochene Mutter. Die Situation sei einfach zu gefährlich für die Kleinen.In der Tat. Es sind viele Verkehrsteilnehmende: Tram, Bus, Autos. Und E-Bike-Fahrende, die viel zu schnell unterwegs sind. Das Trottoir beim Eingang ist eng, auch wegen schattenspendenden Bäumen. Und die Grünphase der Ampel am Fussgängerstreifen ist so kurz, dass sie ein Überqueren der Strasse bei Rot geradezu provoziert.
Alte Ampel
Die Situation vor dem Schulhaus Brunnmatt ist bei der Verkehrsplanung bekannt. Die Ampel sei ziemlich alt, heisst es dort. Moderne Ampeln könnte man grundsätzlich anders programmieren, mit unterschiedlichen Längen der Grünphasen zu unterschiedlichen Tageszeiten. Und es gibt auch Bewegungsmelder, die eine Grünphase etwas verlängern, wenn sich noch jemand auf dem Fussgängerstreifen befindet. Der Masterplan Fussverkehr der Stadt Bern sieht solche Einrichtungen auch vor.
Warum passiert das hier nicht? Ein Erklärungsversuch: Die an und für sich beschlossene Sanierung des Geleises für das Fischermätteli-Tram lässt auf sich warten. Sie würde auch die Kreuzung Effingerstrasse/Brunnmattstrasse einbeziehen. Also wartet man mit der Ampel auf den Start des Gesamtprojekts.
Der Elternrat des Schulhauses Brunnmatt fordert von der Stadt noch weitere bauliche Massnahmen, nicht nur vor dem Schulhaus Brunnmatt, sondern beispielsweise auch am Loryplatz. Und er hat die Quartiermitwirkung QM3 um Unterstützung gebeten. Bauliche Massnahmen sind richtig! Aber es wird dauern, bis sie umgesetzt sind.

Die Gefahrenquellen auf dem Schulweg lassen sich auch anders – und vor allem rascher – verringern. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU weist auf ihrer Website auf mehrere Möglichkeiten hin.
• Eltern gehen mit ihren Kindern vor dem ersten Schultag den Schulweg ab und instruieren sie. Wo musst Du durch? Wie musst Du Dich dabei verhalten?
• Schulleitungen oder Elternräte organisieren an neuralgischen Stellen Patrouilleurinnen und Patrouilleure.
• Oder Eltern organisieren einen sogenannten Pedibus. Im Turnus begleiten Erwachsene die Kinder auf einem definierten Schulweg. Wie das geht, zeigt der Verkehrsclub der Schweiz auf seiner Website.
Erste Versuche dazu gab es offenbar schon. Menschen, die jetzt schon die Kinder am Mittag in der Schule abholen, könnten sich auch zusammentun. (acct)