Zentrumsnah und gut erschlossen
Beim Wettbewerb «Entwicklungsschwerpunkte Wohnen» handle es sich nicht um einen Architekturwettbewerb, sagte die neue Kantonsplanerin Katharina Dobler. Adressaten des Wettbewerbs seien vielmehr die Gemeinden. Prämierungswürdig seien Planungen von einer gewissen Grösse, die sich durch optimale Erschliessung, hohe Wohnqualität und «innovative, neue Lösungen» auszeichneten. Innovativ am Projekt in der alten KVA seien die «Verlagerung einer emissionsintensiven Anlage» und die Bereitstellung von Wohnraum an «zentrumsnaher, gut erschlossener Lage», sagte Dobler. Das Projekt Warmbächliweg wird ab 2012 spruchreif, wenn die neue KVA beim Forsthaus-West in Betrieb genommen wird. Es sieht den Bau von 250 Wohnungen sowie Arbeits- und Freizeitnutzungen vor. Laut Stadtpräsident Tschäppät soll der Architekturwettbewerb noch in diesem Jahr stattfinden. Die Abstimmung über Projekt und Zonenplanänderung ist für 2012 vorgesehen. Läuft alles nach Plan, könnten die neuen Gebäulichkeiten 2016 bezogen werden.
Stadt will keine Zwischennutzung
Bei der Verwendung des Preisgeldes ist die Stadt im Prinzip nicht frei. Gemäss Kanton soll die Viertelmillion Franken für die Positionierung des Areals auf dem Markt und für ein Konzept zur Zwischennutzung «mit einem abwechslungsreichen Angebot an Kultur, Freizeit und Gewerbe» eingesetzt werden. Laut Regierungsrat Neuhaus soll so die Gefahr einer «Industriebrache» vermieden werden.
Zwischennutzungen können aber zu Dauernutzungen werden, wie dies bei der vom Volk abgesegneten künstlerischen Nutzung des Progr deutlich wurde. Von einer Zwischennutzung des KVA-Areals will Tschäppät daher nichts wissen, wie er am Rande der Veranstaltung deutlich machte. «Der Neubau soll unmittelbar nach dem Rückbau der bestehenden KVA in Angriff genommen werden.» Unklar ist zurzeit allerdings noch, ob alle bestehenden Gebäude im Perimeter abgerissen werden sollen. Nach über 50 Jahren Betrieb haben sich Spuren von Schwermetallen und Dioxin in den Mauern abgelagert. Aufgrund der Umweltverträglichkeitsprüfung hat die Denkmalpflege das Gebäude aus dem Inventar der schützenswerten Bauten genommen.
Nach Angaben des Stadtplanungsamtes ist das Gebäude «schutzwürdig, aber nicht schutzfähig». Die eigentliche KVA kann und muss daher abgerissen werden. Ein Abriss des Gebäudes Bahnstrasse 21, in dem sich die Kinemathek Lichtspiel befindet, ist möglich, aber nicht zwingend.